Automaten-Orchestrion

Das von Bernhard Dufner (Buffalo, USA) gebaute Instrument ist vemutlich das größte Puppen-Automaten-Orchestrion, das je gebaut wurde. Es ist fast vier Meter breit, 2,80 Meter hoch und hat eine Tiefe von einem Meter. Das Gehäuse ist zum Teil aus Mahagoni- und Nussbaumholz gearbeitet.
Das Instrument ist ein beeindruckendes Beispiel der Schwarzwälder Orchestrien-Baukunst. Der deutsche Emigrant Bernhard Dufner hat es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (wahrscheinliche Entstehungszeit 1888 bis 1892) in seiner neuen Heimat, Buffalo, gebaut. Dufners Orchestrion hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sicher weiß man nur, dass es in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Ausstellungsstück des Mechanischen Museums in New Orleans war, dann zu der Cliff House Collection in San Francisco gehörte, bis es nach vielen Jahren den Weg nach Europa fand. Nach umfangreicher Restaurierung ist es nun in Rüdesheim zu bestaunen.
Die Automatengruppe im Zentrum (insgesamt 27 Automatenpuppen) stellt eine Musikkapelle dar. Die einzelnen Figuren spielen unterschiedliche Instrumente. Die Musikanten in der ersten Reihe sind in kostbare Kostüme gekleidete Affen. Im rechten Seitenschrank führt eine Balletttänzerin einen Spitzentanz vor, während im linken Seitenschrank eine vornehm gekleidete Dame sich vor einem Spiegel pudert.
Das Bernhard-Dufner-Automaten-Orchestrion vermittelt auch heute noch die Faszination, die Automaten in Menschengestalt ("Androiden") im 18. und 19. Jahrhundert verbreiteten.

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