Karussellorgel

Die in Fachkreisen weltweit bekannte Orgelbaufirma Gebr. Bruder und Söhne aus Waldkirch im Schwarzwald baute um 1900 Kirmesorgeln, die mit perforierten Kartonblättern Musik erzeugten. Im Katalog beschreibt die Firma Gebr. Bruder das Instrument als Symphonie-Orchester-Orgel mit einem Musikeffekt von annähernd 16 Musikern. Die Orgel hat 52 Tonstufen. Die Besetzung: Kontrabass, Bass, Bombardon, Trompeten, Flöten, Violinen (Geigenstimmen), Mixtur, Forte und Piano spielend, große und kleine Trommel mit Becken.
Auf Volksfesten und Jahrmärkten war die oft aufwendig verzierte Orgel nicht wegzudenken. Wenn sie "Zwei rote Rosen, ein zarter Kuss" spielte, "Mädel, ich bin dir so gut" oder "My blue Heaven" strömte das Publikum in Scharen herbei. Als das Radio die mechanischen Instrumente ablöste, wurden sie schon museumsreif und Beispiele für die Funktionsweise programmierter Musik. Dieses Instrument fand Siegfried Wendel durch Zufall in Berlin. Auf dem Musikerpodium eines Biersalon benutzten die Musiker die mittlerweile unbrauchbare Orgel als Papierkorb, bis Siegfried Wendel sie ins Museum nach Rüdesheim brachte. Restauriert und voll funktionsfähig begeistert sie hier die vielen Besucher.
Länge 160 cm, Höhe 170 cm, Tiefe 90 cm, Gewicht 250 kg.

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